Kapelle „Mutter vom Guten Rat“ in Rheder

Kapelle „Mutter vom Guten Rat“ in Rheder (c) W. Jacobs

Rheder gehört zu den Orten im römischen Rheinland (50 v. bis 400 n. Chr.), in denen ein Militärposten stationiert war, der die vom Kaiserstein bei Billig über die Erft führende Straße und den Römerkanal bewachte. Diese römische Straße kam von Münstereifel und verlief weiter über Roitzheim, Hausweiler, Großvernich und Weilerswist nach Köln. Der älteste erreichbare Name für Rheder lautet in einer von der Äbtissin des Klosters Schweinheim im Jahre 1240 ausgestellten Urkunde Reydorre, darin sehen Namenforscher die Wörter Ried und Arna (Erft), demnach bedeutet Rheder „Ort im schilfreichen Tal der Erft“.
Wo heute die Kapelle steht, hat bis 1835 ein Bethaus gestanden, das in diesem Jahr wegen der Verbreiterung der königlich Preußischen Bezirksstraße abgebrochen wurde.

 

Der Bau der Kapelle aus eigenen Mittel finanziert

Jakob Wolfgarten, 1850 in Rheder geboren, später Ehrendechant, Monsignore und Pfarrer in Keldenich, gab gemäß eines Gelübdes den Anstoß zum Bau der Kapelle. Als die Bewohner von Rheder, das im Jahre 1902 rund 180 Einwohner zählte, eigenständig die Finanzierung der geplanten Kapelle gesichert hatten, beantragte Jakob Wolfgaren beim Erzbischöflichen Generalvikariat in Köln und bei der Regierung in Berlin die Genehmigung zu Errichtung der Kapelle. Am 23. Juni 1991 legte man den Grundstein und begann nach den Plänen des Kölner Erzdiözesanbaurates und Architekten Heinrich Renard (* 1868, +1928) mit dem Bau der Kapelle. Als Maurerpoliere waren Josef und Thomas Weber sowie Johann Lott aus Rheder tätig. Als Titel wählte man „B. M. V. de bono consilio“, Selige Jungfrau Maria vom Guten Rat“, den man später in „Mutter vom Guten Rat“ umwandelte.

Nach einjähriger Bauzeit wurde die Kapelle am 29. Juni 1902 geweiht, dieser Termin führte 2002 zur Feier „100 Jahre Kapelle Rheder“.

Die im Lichten 14,80 m lange und 6,60 m breite Kapelle ist mit Ringofenziegeln im neugotischen Stil errichtet und nach Süden ausgerichtet, die Baukosten betrugen 18.207 Mark. An der Ostseite des Chores befindet sich die Sakristei. Das zweijochige Langhaus hat auf jeder Seite zwei spitzbogige, dreibahnige Fenster sowie drei abgeschrägte Strebepfeiler. Im Chor befinden sich vier Fenster, deren Maßwerk wie im Langhaus aus Tuff bestehen. Unter den Fenstern und an den Strebpfeilern tritt ein schräges Gesims (Kaffgesims) hervor und teilt die Außenwand in waagerechte Abschnitte, unter der Traufe befindet sich ein Klötzchenfries. Der Giebel auf der Nordseite zeigt weiße Blendbögen. Der spitzbogige Eingang ist von Wulstrippen eingefasst, die auf achtseitigen Sockeln ruhen. Auf der Spitze des Giebels befindet sich eine Kreuzblume. Der Glockenturm ist im unteren Bereich achteckig und oben rund, das Glockengeschoss besteht aus Holz und hat einen achtseitigen, verschieferten Helm mit Kugel und Kreuz.

 

Durch das schmiedeeiserne Gittertor, 1910 angefertigt von dem aus Rheder stammenden Schlossermeister Anton Weber aus Bonn, betritt man das Kirchengrundstück und gelangt zum Kapellenportal

 

Vergoldeter Altaraufbau mit spitzen Türmchen

Der Hochaltar steht auf einem Holzpodest, der Altartisch aus Stein ruht auf vier Frontsäulen aus Blaustein. Der vergoldete Altaraufsatz (Retabel) im gotischen Stil besteht aus drei Prunkdächern (Baldachinen), die auf schlanken, gewundenen Säulen ruhen. Die Bögen der Prunkdächer sind mit Maßwerk (geometrisches Ornament) versehen und von schlanken spitzen Türmchen (Fialen), Kriechblumen (Krabben) und Kreuzblumen bekrönt. Unter den Prunkdächern stehen vollplastische, farblich gefasste Holzstatuen, links Herz Jesu, rechts hl. Josef. Die Ampel „Ewiges Licht“ ist eine Stiftung.

Über dem Tabernakel das Titelbild der Kapelle „Mutter vom guten Rat“, darunter der Text: „Mutter vom g. Rath hilf uns!“ Im Mittelteil der von Pfarrer Jakob Wolfgarten gestifteten Kommunionbank befindet sich die Darstellung „Das letzte Abendmahl“ 

 

Die Orgel- und Sänger-Empore ruht auf Holzpfleilern.

An einem dieser Holzpfeiler befindet sich die Statue St. Helena. Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantins d. Gr. wird in der katholischen und orthodoxen Kirche als Heilige verehrt. Nach der Legende ließ sie in Jerusalem Grabungen durchführen, bei denen unter anderem Reste des Kreuzes Christi gefunden wurden. Helena und Konstantin ließen über dem Grab Christi die Grabeskirche errichten, auch der Bau der Geburtskirche in Bethlehem wurde von Helena veranlasst. Sie ließ den hl. Rock nach Trier übertragen, wo man im Dom das Haupt der hl. Helena als Reliquie verehrt. Wegen der überlieferten Auffindung der Kreuzesnägel Christi gilt Helena als Patronin der Nagelschmiede.

 

Das zweiteilige Lourdes-Fenster gegenüber der Sakristeitür trägt die Unterschrift: "Unsere liebe Frau von Lourdes, bitte für uns!"  


Text: aus „Kirchen, Kapellen und Kreuze im Seelsorgebereich Euskirchen-Bleibach/Hardt“ von Hans Peter Schiffer

Fotos: © Werner Jacobs

Kath. Kirchengemeindeverband Euskirchen-Bleibach/Hardt

An der Klostermühle 4
53881 Euskirchen
Telefon: 02251-61621

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