St. Medardus Wißkirchen

St. Medardus Wißkirchen (c) W. Jacobs

Bei Renovierungsarbeiten an der Kirche, die dem heiligen Bischof Medardus geweiht ist,  stieß man Ende der 60er Jahre auf sechs bis dahin unbekannte Fenster aus Stein mit hölzernem Rahmen. Die Fenster wurden sorgfältig freigelegt, um sie von Kunstsachverständigen des Landeskonservators untersuchen zu lassen. Diese stellten fest, dass die Fenster der romanischen Bauepoche angehören. Aufgrund dieser baugeschichtlich interessanten Entdeckung konnte der Schluss gezogen werden, dass die Wißkirchener Kirche, die 1181 im Besitz der Abtei Siegburg bestätigt und 1255 vom Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden der Siegburger Abtei einverleibt wurde, älteren Datums ist, als bisher angenommen wurde.

 

Ursprünglich handelt es sich wohl um eine romanische Saalkirche, die später in eine barocke Saalkirche umgebaut wurde. Der Chor der jetzigen Kirche stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, das Langhaus entstand im 18. Jahrhundert, der Westturm wurde erst 1880 nach Plänen des Kölner Architekten August Lange errichtet.

 

Im Rahmen der Renovierung 1970/71 wurde das durch den Zweiten Weltkrieg und das Erdbeben von 1951 stark in Mitleidenschaft gezogene Gotteshaus von Grund auf restauriert. Dabei wurde auch das äußere Mauerwerk verputzt und mit roter Farbe versehen. Zuletzt sind auch in den Jahren 1987-89 und 1992-93 noch einmal Renovierungsarbeiten durchgeführt worden. Sie verleihen nun der Kirche, die als einzige in der Kölner Erzdiözese den hl. Medardus als Patron hat, ein bedeutend freieres und weiträumigeres Erscheinungsbild.

 

Mit besonderer Sorgfalt haben sich Bildhauer Müller und Kirchenmaler Minn, beide aus Brühl, der Altäre angenommen. An die Stelle des neugotischen Hauptaltars, der mit den beiden barocken Nebenaltären niemals richtig harmonisierte, ist nunmehr ein Barockaltar mit der barocken Statue des Kirchenpatrons aufgestellt worden. Die Künstler Minn und Müller haben sich viele Mühe gegeben, die drei Altäre, besonders die beiden Nebenaltäre, in ihrer ursprünglichen Farbenpracht wiederherzustellen, zumal die Nebenaltäre sogenannte Kranzaltäre sind, wie man sie in der Kölner Erzdiözese ob ihrer reichen und sinnigen Schnitzereien im Altarrahmen des späten 18. Jahrhunderts nur selten antrifft. Auch der Zelebrationsaltar vor dem Hauptaltar ist in barockem Stil gehalten.

 

Am 11.03.1934 wurde im Rahmen des Silbernen Priesterjubiläums von Pastor Martin Plum die neue Orgel von der Orgelbaufirma Weimbs (Hellenthal) eingeweiht.

 

Disposition der Orgel: 1. Manual: Prinzipal 8’, Hohlflöte 8’, Gamba 8’, Oktave 4’, Dulciana 4’, Quinte 2 2/3’, Mixtur 3’, Trompete 8’. 2. Manual: Geigen Prinzipale 8’, Lieblich Gedackt 8’, Aoline 8’, Vox coelestis 8’, Traversflöte 4’, Piccolo 2’. Pedal: Subbass 16’, Zartbass 16’, Oktavbass 8’.

 

953 erhielt die Kirche drei neue Glocken von der Firma August Mark aus Brockscheid bei Daun in der Eifel. Sie tragen folgende Gravuren:

Ab execitate peccati revocet nos intercessio St. Medardi.

St. Rochus pestilentias pellat bellum et famum.

Benedicite Dominum omnes angeli eius.

 

Fotos: © Werner Jacobs

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